Einrichtungen der stationären Altenhilfe stellen aktuell wie auch in nächster Zukunft ein unverzichtbares Element der Infrastruktur der Daseinsfürsorge dar. Hiernach richten sich die Einrichtungen in ihrem Versorgungsangebot grundsätzlich aus. Einrichtungen stationärer Altenhilfe – und deren Träger – sind daher als Teil der Gesellschaft zu sehen. Sie tragen somit auch Mitverantwortung für die Rahmenbedingungen einer generationensolidarischen Gesellschaft.
Dennoch ist das Bild von BewohnerInnen in Pflegeheimen – auch heute noch leider zu häufig nicht zu Unrecht – geprägt von gesellschaftlicher Ausgrenzung, Beschränkungen der Selbstbestimmtheit, verengten Kontakt- und Handlungsspielräumen und einem Mangel an Berücksichtigung der individuellen biographischen und kulturellen Hintergründe.
Gleichzeitig stellen Pflegeheime einen wichtigen Partner im Sozialraum dar und tragen durch die Gestaltung ihrer Dienstleistungen und durch das Auftreten in der Öffentlichkeit zur Standortqualität des gesamten Gemeinwesens bei. Somit können (und sollten) stationäre Einrichtungen der Altenhilfe als integrale Bestandteile des Gemeinwesens aufgefasst werden, eingebettet in kommunale Verantwortlichkeiten (vergl. BRANDENBURG 2010: 37 ff, STEINER 2010: 13 ff).
„Bürgerschaftliches Engagement in Pflegeeinrichtungen schafft mehr Lebensqualität für die Bewohner. Es ermöglicht Teilhabe […], baut Brücken zwischen Generationen und [..] sorgt für Verwurzelung der Pflegeeinrichtung vor Ort, der Kommune.“ (STEINER 2010: 9)
In den nachfolgenden Kapiteln sollen verschiedene Bereiche und Ansatzpunkte zur Gemeinwesenorientierung dargestellt werden. Eine hierfür notwendige Grundvoraussetzung ist die Bereitschaft zur Öffnung der Heime. Vor diesem Hintergrund wird die Arbeit des Kuratoriums Deutsche Altershilfe in den Bereichen der Quartiersentwicklung und der konzeptionellen Gestaltung von Einrichtungen der stationären Altenhilfe vorgestellt. Danach wird die sich daraus ableitende Notwendigkeit zur Netzwerkarbeit behandelt. Abschließend folgt ein Blick auf die Möglichkeiten und Bedingungen zur Einbindung ehrenamtlich engagierter Mitarbeiter.
