Nach dem Verständnis des Kuratoriums Deutsche Altershilfe stellt die Öffnung der Heime ein Kernelement des aktuellsten Entwicklungsschritts in der konzeptionellen Verortung von Einrichtungen der stationären Altenhilfe dar. Daher soll das KDA und dessen Ansatz nachfolgend dargestellt werden.
Das Kuratorium Deutsche Altenhilfe, Wilhelmine-Lübke-Stiftung e.V. (abgekürzt KDA), wurde 1962 von Bundespräsident Heinrich Lübke und seiner Ehefrau Wilhemine Lübke gegründet. Der Anlass entstand aus der zum Gründungszeitpunkt als prekär bezeichneten Situation von älteren Pflegebedürftigen: Die als „unzureichend empfundene Versorgung älterer Menschen“ (KDA 2015: o. S.) in Heimen mit dem „Charakter von Verwahranstalten“ (ebd.) sollte so entwickelt werden, dass die Lebensqualität der zu Versorgenden verbessert wird und die Versorgung der Würde der Menschen entspricht.
Der Gründung des KDA voraus gingen die ersten Anfänge der Seniorenorganisationen: 1957 wurde die „Aktion Gemeinsinn e. V.“ von Prof. Carl – Cristoph Schweitzer gegründet. Diese „älteste Bürgerinitiative Deutschlands“ sieht bis heute ihre Hauptaufgabe in der Ermutigung der Bürgerinnen und Bürger, sich an Diskussionen über aktuelle gesellschaftliche und politische Probleme zu beteiligen (vergl. Aktion Gemeinsinn 2013: o. S.).
Im Jahr 1958 erfolgte die Gründung der ersten Selbsthilfeorganisation der älteren Generation, die Lebensabend-Bewegung (Abkürzung LAB – diese Abkürzung steht heute für Lange Aktiv Bleiben). Im Vordergrund der LAB stand die Verbesserung der gesellschaftlichen Teilhabe älterer Menschen. Die 1961 von der Aktion Gemeinsinn gestartete und von der LAB unterstützte Kampagne „Das Alter darf nicht abseits stehen“ gilt als Anstoß zur Gründung des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (LEHR / LENZ 2012: 137 f.).
